Bild: Gerhard Glück

„ARTverwandt“ und „Kunst & Co.“

Quellenmuseum Bad Wildungen

Komische Kunst von Gerhard Glück
19. September – 21. November 2021

Ins dreizehnte Jahr geht die Zusammenarbeit des Quellenmuseums mit der Caricatura Kassel. Die Elite der deutschen Karikaturisten und Cartoonisten wurde in Einzel- und Sammelausstellungen gezeigt. Jetzt präsentiert das Museum in einer Doppelausstellung Werke von Gerhard Glück.

Gerhard Glück ist ein Großmeister und einer der wichtigsten Vertreter der Komischen Kunst im deutschsprachigen Raum. In seinen Bildern eröffnet sich dem Betrachter eine wundersame Welt. Die Cartoons von Gerhard Glück sind Meisterwerke in einer aufwendigen Mal- und Zeichentechnik. Sie sind schön anzuschauen, wirken auf den ersten Blick idyllisch und heiter – um bei genauerem Hinsehen ihren abgründigen Humor zu offenbaren.

Die Bilder sind von bedrückender Subtilität. Sie sind lustig, verspielt und oft in hohem Grade satirisch. Glücks Figuren sind oft spießig, kommen bieder daher. Aber sie spiegeln immer auch in gewisser Weise den Betrachter.
Eine Besonderheit stellen die Bildunterschriften dar, die die Tragikomik der Zeichnungen und Gemälde in genialer Weise überhöhen oder auch konterkarieren.

Neben den Cartoons aus dem neuen Buch "ARTverwandt" zeigt die Ausstellung zusätzlich die kunst- und hintersinnigen Meisterwerke aus dem Zyklus „Kunst & Co.“. Mit souveränem Witz und meisterlichem Können erobert Gerhard Glück hier das Spiel- und Spannungsfeld der Kunst. In seiner komischen Recherche unterwandert, verformt und kommentiert der Ausnahme-Cartoonist auf fantastische Weise die Realität der Kunstwelt und ihres Publikums.

Gerhard Glück wurde 1944 in Frankfurt am Main geboren. Sein künstlerisches Handwerk hat er im Studium der Werbegrafik und der Kunsterziehung an der Kunsthochschule Kassel erlernt. Bis 2004 war er dann als Kunsterzieher tätig. Von 1973 bis 1990 arbeitete er vor allem für die »Süddeutsche Zeitung«, seit 1991 ist er ständiger Mitarbeiter von »NZZ Folio«, der Zeitschrift der »Neuen Zürcher Zeitung« sowie des satirischen Magazins »Eulenspiegel«. Auch für die Wochenzeitung »Die Zeit« oder das Magazin »Cicero« gestaltet er Titel- und Textillustrationen.

Die Arbeiten von Gerhard Glück wurden vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Deutschen Karikaturenpreis 2005. 2017 erhielt Gerhard Glück den Göttinger Elch.

Bild: Thilo Westermann, „Souvenir de Baden-Baden“, 2020, Hinterglasmalerei

SOUVENIR DE BADEN-BADEN THILO WESTERMANN

Stadtmuseum Baden-Baden
14. Juli – 31. Oktober 2021

Die Ausstellung „Souvenir de Baden-Baden“ bildet die Auftaktveranstaltung einer Reihe von Ausstellungen, in denen der ehemalige Baldreit-Stipendiat (2020) Thilo Westermann seine künstlerisch-praktische wie theoretische Auseinandersetzung mit der Biografie der Großherzogin von Baden, Stéphanie de Beauharnais (1789–1860), erstmals einem Publikum präsentiert.

Neben Hinterglasbildern, Fotomontagen und Zeichnungen wird eine Auswahl der Briefe gezeigt, die der Künstler seit einigen Jahren an die Großherzogin verfasst. Obgleich Westermann im Hier und Jetzt schreibt und um Stéphanies Tod weiß, entspinnt sich in seiner „Correspondance avec Stéphanie“ eine lebendige Auseinandersetzung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Was sagt unser Handeln und Denken über uns selbst aus, wenn wir uns in eine berühmte oder historische Figur vertiefen? Welche Eigenschaften, Meinungen und Gefühle projizieren wir in einen Menschen hinein, den wir nie persönlich kennengelernt haben? Wo verschwimmt die objektive Faktenlage mit persönlichen Mythologien und mit welchen vorgegebenen Narrativen und Wertvorstellungen identifizieren wir uns selbst?

Der Titel der Ausstellung „Souvenir de Baden-Baden“ rekurriert auf Westermanns persönliche Erinnerungen an Baden-Baden, zugleich ist er jedoch auch der Name einer Rosenneuzüchtung. Diese schmückt seit 2008 die Gönneranlage sowie den Rosenneuheitengarten in Baden-Baden und wird die Bilder und Texte der Ausstellung im Sommer somit nach draußen ins Freie tragen.

Bild: Stadtmuseum Baden-Baden

„Gurs 1940 – Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“

Stadtmuseum Baden-Baden
24. April – 24. Oktober 2021

Die von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz gestaltete Ausstellung „Gurs 1940“ thematisiert die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Südwestdeutschland nach Südfrankreich vor 80 Jahren. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Am Morgen des 22. Oktober 1940 erschienen auch in Baden-Baden Polizisten und Gestapoleute an den Wohnungstüren der jüdischen Mitbürger*innen und forderten sie auf, innerhalb einer Stunde ihre Koffer zu packen. Wohin die Reise gehen sollte, blieb unklar. Auf der von den Nationalsozialisten erstellten offiziellen Liste der aus Baden-Baden nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden sind die Namen von 116 Frauen, Männern und Kindern verzeichnet. Ihr Schicksal und ihre Lebenswege zeichnet der lokale Teil der Ausstellung nach.

Mit Beginn der Ausstellung wird das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus in Baden-Baden online gehen. Es soll den Opfern Namen und Identität und damit wenigstens einen Teil der Würde zurückgeben, die ihnen die Nationalsozialisten systematisch entzogen haben. Verbunden mit dem Start des Gedenkbuchs ist die Aufforderung an die Öffentlichkeit bei weiteren Recherchen zu helfen, Biografien zu ergänzen, gegebenenfalls zu korrigieren, und neue hinzuzufügen. Das Baden-Badener Gedenkbuch soll nicht statisch sein, sondern kontinuierlich fortgeschrieben werden.