Foto: Heidi und Hans-Jürgen Koch

Danke, Maus!

Museum im Schloss Bad Pyrmont

1. Oktober 2020 – 31. Januar 2021

Ihren internationalen Durchbruch im Fotojournalismus hatten die Kochs 1990 mit einer Reportage über Hausmäuse, die im Stern unter dem Titel "Dass uns bloß NIE die Mäuse ausgehen" erschien.

In der Ausstellung im Museum im Schloss zollen Heidi und Hans-Jürgen Koch der Labormaus, die eigentlich Menschen­maus heißen müsste, Tribut. Keinem anderen Lebewesen schuldet der Mensch so viel wie der Labormaus. Sie gibt ihr Leben für unser Leben.

Wer macht sie zu unserem Stellvertreter? Ist dies moralisch zu rechtfertigen - oder möglicherweise geradezu ethisch zwingend? Dieses Dilemma müssen wir aushalten. Tag­ täglich werden in den Forschungseinrichtungen dieser Welt Legionen von Labormäusen als anonyme Masse, als Tiermaterial produziert und verbraucht.

Die Fotografien zeigen authentische Labormäuse. "Wir wollten ihnen ihr Gesicht zurückgeben, ihre Individualität, ihre Persönlichkeit. Letztlich handeln unsere Bilder von der Würde der Kreatur und dem Respekt vor ihr." So Heidi und Hans-Jürgen Koch, deren Werk vielfach preisgekrönt wurde. Neben dem Dr.-Erich-Salomon-Preis, der wohl wichtigsten Auszeichnung für publizistische Fotografie, die in
Deutsch­land vergeben wird, wurden sie u. a. mit dem World Press Photo Award und dem Deutschen Preis für Wissenschafts­fotografie ausgezeichnet.

Foto: K. Jäger

Das Souvenir als Symbol und Bedürfnis

Quellenmuseum Bad Wildungen

30. August – 15. Januar 2021

„Souvenirs, Souvenirs, kauft ihr Leute, kauft sie ein, denn sie sollen wie Salz in der Lebenssuppe sein“.

So sang einst Bill Ramsey, und manchem wird die schmissige Schlagermelodie noch in den Ohren klingen. Kurstädte mit ihren vielen Gästen haben schon Mitte des 19. Jahrhunderts einen regen Handel mit Souvenirs aufgezogen. Gläser, Teller, Aschenbecher, Salz- und Pfefferstreuer, Schlüsselanhänger und später auch T-Shirts – alles, was sich mit den typischen Motiven eines Kurbetriebs wie Wandelhallen, Kurhäuser oder Grandhotels bedrucken ließ, wurde in großen Stückzahlen angefertigt und verkauft.

Dabei entstanden nicht immer nur geschmackvolle Andenken, die Gratwanderung zwischen Kunst und Kitsch gelang manchmal nicht ganz überzeugend. Besonders Andenken aus Keramik reizten offenbar die geschäftstüchtigen Besitzer von Andenkenläden: so entstanden beispielsweise Senffässchen, die an Zeppeline oder venezianische Gondeln erinnerten.

Da viele Kurorte ihre Bedeutung den vorhandenen Heilquellen verdankten, entwickelte sich ein besonderer Kult um die Gestaltung der Trinkgläser. Kurgäste ließen sich gerne individuell geschliffene Kristallgläser mit ihren Initialen, dem eigenen Namen oder mit ausgewählten Versen herstellen.

Aber es gab auch ausgesprochen Kurioses. So konnte man um 1890 in dem aufstrebenden Kurort Wildungen einen „Gucki“ genannten kleinen Anhänger erwerben; er wurde aus Kunsthorn hergestellt, hatte die Form eines kleinen Kreuzes und enthielt im Innern ein Miniaturbild der Helenenquelle. Gleich mehrere Miniaturbilder auf einer Scheibe, die sich auf Knopfdruck drehte, konnte man dann in den 1960er Jahren in kleinen bunten Plastikfernsehern anschauen.

Eine große Auswahl von Souvenirs aus den letzten 100 Jahren präsentiert eine Ausstellung im Quellenmuseum in der Wandelhalle Bad Wildungen. Neben Objekten aus dem Bestand des Quellenmuseums werden gleich zwei private Sammlungen gezeigt. Der Bad Wildungen Sammler Peter Schultheis stellt ebenso seine Souvenirs zur Verfügung wie der Bäderexperte Dr. Fred Kaspar, der europaweit gesammelt hat.

Die Ausstellung läuft vom 30. August bis zum 15. November 2020 und ist täglich geöffnet. „Souvenirs, Souvenirs, sind die bunten Träume, die man überall erhält“, weiß Bill Ramsey.

Foto: Museum Nordseeheilbad Norderney
Bau des Norderneyer Wasserturms

Brunnengeist und Wasserlinse

Museum Nordseeheilbad Norderney

10. Mai – 8. November 2020

Trinkwassergewinnung und -versorgung auf Norderney

Trinkwasser für bis zu 50.000 Menschen am Tag – was auf dem Festland keine große Angelegenheit ist, ist für eine Insel eine Herausforderung.

Norderney kann sich aufgrund einer Süßwasserlinse selbst mit Trinkwasser versorgen.

Die Ausstellung widmet sich dem Thema der Trinkwasserversorgung auf einer Nordseeinsel.

Die Ausstellung ist eine Gemeinschaftsausstellung des Museumsverbundes Ostfriesland mit dem Thema „Dat löppt! Wasser in der ostfriesischen Kultur“.

Foto:Stadtmuseum Crailsheim, Peter Jakob Schober, Dorf, 1974, Farbkreiden

Peter Jakob Schober: Der klassischen Moderne verpflichtet

Stadtmuseum im Spital Crailsheim

Vom 17. Oktober bis 3. Januar 2021 ist im Crailsheimer Stadtmuseum die

Ausstellung „Tradition und Moderne“

mit Werken von Peter Jakob Schober (1897-1983) zu sehen. Die Gemeinschaftsausstellung des Stadtmuseums mit den Crailsheimer Kunstfreunden wird anlässlich des 30-jährigen Jubiläums der Kunstfreunde gezeigt.

Virtuose der Landschaft, Poet der Farbe, Hofmaler der Prominenz – diese Titel wurden dem Künstler Peter Jakob Schober im Lauf seiner langen Karriere verliehen. Die Gemeinschaftsausstellung der Crailsheimer Kunstfreunde und des Stadtmuseums Crailsheim zeigt das Werk eines Künstlers, der in der Nachkriegszeit die Kunstlandschaft im Südwesten entscheidend mitprägte. Allein für das Rathaus von Crailsheim hat Peter Jakob Schober drei großen Wandbilder geschaffen.

Schobers künstlerisches Werk ist der klassischen Moderne verpflichtet: Komposition und Farbe stehen im Zentrum. Zunehmend entwickelte er eine expressive bis an die Abstraktion gehende Formensprache. Ab 1937 freischaffend tätig, wurde Schober vor allem in den 1950er Jahren durch seine Kunst am Bau bekannt. Er entwarf und schuf zahlreiche Fresken, Sgraffitos und Glasfenster. Die Werke für das wieder errichtete Crailsheimer Rathaus entstandenen ab 1953: ein Fresko mit der Darstellung der Crailsheimer Chronik, ein Sgraffito mit Szenen der Zerstörung und des Wiederaufbaus sowie ein Fresko, das Crailsheim als blühenden Markt- und Handelsort zeigt.

Die künstlerische Entwicklung vom Kunststudenten zum etablierten Kunstmaler mit Professorentitel, der u.a. Ehrenmitglied im KünstlerbundStuttgart und Vorsitzender der Stuttgarter Sezession war, wird in der Ausstellung nicht nur an Hand der bekannten Ölgemälde gezeigt. Zu sehen sind ebenso Zeichnungen, Farbkreiden sowie Aquarelle. Eine Fotopräsentation unternimmt darüber hinaus eine virtuelle Reise zu den öffentlichen Werken in der Region.

Foto: Westfälischen Salzwelten, Bad Sassendorf

„Darf ich bitten? Vom Kurschatten und Tanztee“

Erlebnismuseum Westfälische Salzwelten Bad Sassendorf

Die Ausstellung ist noch bis zum 10. Januar 2021 zu sehen.

Die Sonderausstellung in den Westfälischen Salzwelten in Bad Sassendorf beschäftigt sich mit dem Phänomen des Kurschattens und zeigt anhand von Erinnerungsstücken und Geschichten die Entwicklung des Tanztees im Kurort.

Bad Sassendorf ist ein Schauplatz der Wanderausstellung „Kurschatten – ein Tabu bei Licht betrachtet“, die bereits in einigen Kurorten zu sehen. Erstmalig wird sie ergänzt um die lokale Perspektive des Ausstellungsortes.

Die Salzwelten verbinden die Thematik des Kurschattens mit der Geschichte des Tanztees seit der Zeit um 1950. Besonders in den 70er bis 80er Jahren, als die Kur noch der Arbeitskrafterhaltung diente, nutzten sowohl Männer als auch Frauen den Tanz, um sich auf die Suche nach einem Kurschatten zu begeben.

Dieser zweite Ausstellungsteil erzählt nicht nur von persönlichen Liebesgeschichten und amüsanten Kurschatten-Anekdoten aus Bad Sassendorf, sondern stellt auch die Tanzlokalitäten im Kurort vor. Servicekraft Fryda Schmitz-Lazar und Alleinunterhalter Norbert Bednarek alias Marco werden als prägende Persönlichkeiten des Tanztees vorgestellt. Zwei ausgefallene Bühnenoutfits der Tanztee-Koryphäe aus den 1990er Jahren werden in der Ausstellung zu sehen sein.