Bild: Museum im Schloss Bad Pyrmont

Francisco de Goya "Die Schrecken des Krieges"

Museum im Schloss Bad Pyrmont

Sonderausstellung bis 29. August 2021

1820 fertigte GOYA die Serie »Die Schrecken des Krieges«. Die 80 Aquatinta-Radierungen entstanden als Reaktion auf die napoleonische Besatzung in Spanien - eine Invasion, die 1807 begann und bis 1814 andauerte und deren verhängnisvolle und blutige Folgen GOYA eindrücklich festhielt. In seinen Bildern ergreift er keine Partei, sondern veranschaulicht die menschliche Brutalität in archetypischer Form. Somit stehen diese existenziellen Szenen stellvertretend für alle Kriege und erscheinen in ihrer darstellerischen Kraft nahezu zeitlos und beklemmend aktuell. Sie zeigen abgründige Verhaltensmuster menschlichen Handelns in extremen Situationen.

Neben dem kompletten Satz der Serie werden exemplarische Radierungen aus den »Los Caprichos« gezeigt. Die gesellschaftskritischen satirischen Stiche gingen dem Zyklus »Die Schrecken des Krieges« voran. In ihnen verschmelzen Träume, Fantasien und Realitätsbezüge.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Wilhelm-Fabry-Museum Hilden.

 

 

 

Bild: Städtische Museen Bad Wildungen

BALNEA – Architekturgeschichte der Bäder

Quellenmuseum Bad Wildungen

27. Juni – 5. September 2021

Urbanität auf dem Lande“ - Zur Baugeschichte der Kurorte

Kurorte weisen in der Regel eine historisch gewachsene und unverwechselbare städtebauliche Individualität auf. Als Stätten, die in erster Linie der Pflege oder Wiederherstellung sowohl körperlicher als auch geistiger Gesundheit verpflichtet sind, haben sie ein diesen Zwecken entsprechendes Bauprogramm entwickelt.

Bis in die Antike zurück reicht die Nutzung warmer Quellen. Die Römer errichteten über ihnen große Thermen.

Im 16. Jahrhundert entwickeln sich dann die „Badenfahrten“. Im Gegensatz zum täglichen Besuch der Therme der Römerzeit unternahm man nun Reisen, um die Heilquellen über einen längeren Zeitraum zu nutzen. Dies brachte dann auch neue Formen einer „Badegeselligkeit“ mit sich.

Kur- und Badestädte erfuhren nun eine stärkere Differenzierung, auch weil die Trinkkur zeitweise wichtiger als die Badekur. Somit erlangten auch Orte mit „kalten“ Quellen Bedeutung. Neu hinzu kamen auch die Seebäder an Ost- und Nordsee und heilklimatischen Kurorte.

Dennoch besitzen die Heilbäder viele Gemeinsamkeiten, die sie von anderen Städten abheben. Entscheidend geschärft wird das Profil vieler Heilbäder im 19. Jahrhundert durch eine beschleunigte städtebauliche Entwicklung, die Umsetzung eines Stadtplans, dem das Kerngeschäft „Kur“ die wesentlichen Konturen verleiht. Hier haben Kurstädte eigenständige Baumuster hervorgebracht, einen Beitrag zur Typologie der Stadtgeschichte geliefert.

Überall entstehen Trinkbrunnen, Brunnenhäuser und Wandelhallen, Kur- oder Conversationshäuser, Hotels, Pensionen, Sanatorien, Theater und Musikmuscheln, Parks und Alleen, Verkaufsboutiquen für Souvenirs.

Damit wurde ein Bauprogramm entwickelt, das bis heute als kennzeichnend für Kurorte gilt, und letztlich den Typus der Kurstadt begründete. Für diese Tatsache hat die historische Forschung den Begriff geprägt: „Urbanität auf dem Lande“. Dies meint, mehr bieten als die Größe der Stadt eigentlich erwarten lässt, und dies in einem Umfeld, das der Hektik einer Großstadt entzogen ist.

 

 

Bild: Stadtmuseum Baden-Baden

„Gurs 1940 – Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden“

Stadtmuseum Baden-Baden
24. April – 24. Oktober 2021

Die von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz gestaltete Ausstellung „Gurs 1940“ thematisiert die Deportation der jüdischen Bevölkerung aus Südwestdeutschland nach Südfrankreich vor 80 Jahren. Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Am Morgen des 22. Oktober 1940 erschienen auch in Baden-Baden Polizisten und Gestapoleute an den Wohnungstüren der jüdischen Mitbürger*innen und forderten sie auf, innerhalb einer Stunde ihre Koffer zu packen. Wohin die Reise gehen sollte, blieb unklar. Auf der von den Nationalsozialisten erstellten offiziellen Liste der aus Baden-Baden nach Gurs deportierten Jüdinnen und Juden sind die Namen von 116 Frauen, Männern und Kindern verzeichnet. Ihr Schicksal und ihre Lebenswege zeichnet der lokale Teil der Ausstellung nach.

Mit Beginn der Ausstellung wird das Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus in Baden-Baden online gehen. Es soll den Opfern Namen und Identität und damit wenigstens einen Teil der Würde zurückgeben, die ihnen die Nationalsozialisten systematisch entzogen haben. Verbunden mit dem Start des Gedenkbuchs ist die Aufforderung an die Öffentlichkeit bei weiteren Recherchen zu helfen, Biografien zu ergänzen, gegebenenfalls zu korrigieren, und neue hinzuzufügen. Das Baden-Badener Gedenkbuch soll nicht statisch sein, sondern kontinuierlich fortgeschrieben werden.

„Kinder, Kinder! Vom Badefrust zur Badelust?“

Römerthermen Zülpich
Museum der Badekultur

13. März bis 5. September 2021

Wer kennt es nicht? Man steht unter der Dusche, wäscht sich die Haare und Shampoo läuft ins Auge. Doch nicht nur wir Erwachsenen, sondern besonders Kinder leiden unter dem daraus resultierenden Brennen und Tränen. Kommt dann noch hinzu, dass das frisch gewaschene Haar verknotet ist beim Kämmen, steht es mit der Laune des Nachwuchses nicht zum Besten. Oft verweigern sich Kinder und Jugendliche ganz der Körperhygiene. Die Kosmetikindustrie ist seit Jahrzehnten bemüht, ihre Produkte zu verbessern und die Palette zu erweitern. Nutzte sie Anfang des letzten Jahrhunderts noch Babys und Kinder, um ihre Produkte den erwachsenen Kunden als besonders schonend nahe zu bringen, entwickelten sie parallel spezielle Kinderprodukte. Um die Jahrtausendwende explodierte das Angebot an Kinderprodukten. Einerseits wurde das Kind als Kaufentscheider entdeckt, andererseits wurden durch Eigenmarke und Internethandel neue Vertriebswege gefunden.

Die Ausstellung zeigt die Entwicklung der Körperhygiene mit dem Fokus auf Babys und Kindern vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Zahlreiche Werbegrafiken und Exponate vermitteln, wie die Werbe- und Kosmetikindustrie Bedürfnisse der Käuferschaft erweckt und u.a. überholte Rollenklischees auch im 21. Jahrhundert befeuert.