Foto: Peter Weller-Plate

„Rette mich, wer kann!“ Menschen, Erinnerungen und Artefakte im Ahrtal

Wandelhalle Bad Salzuflen

Sonderausstellung ab dem 8. Juli 2022

Unter dem Titel „Rette mich, wer kann!“ Menschen, Erinnerungen und Artefakte im Ahrtal eröffnet das Stadtarchiv Bad Salzuflen diesen Sommer eine Solidaritätsausstellung zur Flutkatastrophe 2021, um ein Jahr danach Bad Neuenahr-Ahrweiler und seinen Kulturgütern eine Bühne zu geben. Neben zahlreichen Gebäuden und essentieller Infrastruktur ist auch das dortige Museumsdepot fast vollständig zerstört worden. In Bad Salzuflen können ab dem 8. Juli daraus gerettete und restaurierte Objekte sowie Impressionen der Situation vor, während und nach der Flut angesehen werden. Doch auch Verlorenes wird thematisiert, denn die Vernichtung von Kulturgütern bedeutet immer auch einen Identitätsverlust. Wie können wir also Kulturgut in Zukunft schützen?

Von der Römerzeit über mittelalterliche Sakralkunst und die Gründung des Kurortes Bad Neuenahr bis hin zum modernen Klimaschutz erwartet die Besucher*innen eine breitgefächerte Ausstellung in der Wandelhalle des Salzufler Kurparks. Zusätzlich zur Sonderausstellung wird bis Ende des Jahres ein Begleitprogramm angeboten. Vorträge von Betroffenen und Expert*innen zu verschiedenen Themen der Kulturgutrettung und Restaurierung sind ebenso geplant wie Weinproben und ein Benefizkonzert.

Bild: Museum im Schloss Bad Pyrmont

Armin Mueller-Stahl "Aus dem Leben eines Gauklers"

Museum im Schloss Bad Pyrmont

2. August bis 27. November 2022

Armin Mueller-Stahl  ist vor allem als einer der renommiertesten deutschen und internationalen Schauspieler bekannt. Doch seine künstlerische Begabung umfasst ebenso das Musizieren, Schreiben und Malen.

Das 1930 in Tilsit (Ostpreußen) geborene Multitalent nimmt schon in jungen Jahren sein Musikstudium am Stern'schen Konservatorium in Berlin auf, das er 1953 abschließt. Gleichzeitig beginnt er mit seiner Ausbildung zum Schauspieler und gehört ab 1952 zum Ensemble des Theaters am Schiffbauerdamm und wechselt dann zur Volksbühne, deren Mitglied er über 25 Jahre bleibt.

In der DDR entwickelt Mueller-Stahl sich zu einem der beliebtesten Schauspieler, der sogar später eine eigene Fernsehsendung moderiert. Während dieser Jahre malt er immer wieder und schreibt Liedertexte, die er mit seinen Freunden Werner Pauli und Günther Fischer auch in West-Berlin, Helsinki, Oslo und sogar Algerien zur Aufführung bringt. Konzertreisen nach Kopenhagen, Wien, Warschau und Kairo schließen sich an.

Als er 1976 gegen die Biermann-Ausbürgerung protestiert, wird er mit einem dreijährigen Berufsverbot belegt. Seine Erfahrung mit dem Regime verarbeitet er in seinem ersten Roman "Verordneter Sonntag". 1979 siedelt er nach Westberlin über und kann hier schnell Fuß fassen. Seine Erfolge ebnen ihm den Weg nach Hollywood, wo er für seine Rolle in Shine sogar für den Oscar nominiert wird. Dabei begleiten ihn aber stets die Musik, die Schriftstellerei und die Kunst. 2010 zieht sich Mueller-Stahl aus dem Filmgeschäft zurück, um sich ganz seiner stillen Liebe, der Malerei, zu widmen.

Die Sonderausstellung im Museum im Schloss nähert sich dem Ausnahmekünstler Armin Mueller-Stahl von verschiedenen Seiten. Seine Kunst steht dabei genauso im Fokus wie ein Streifzug durch seine Filmografie und seine zahlreichen anderen Ausdrucksformen.

Eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein "Scena" in Burgdorf und der Galerie Hunold in Greven. Die ausgestellten Werke Mueller-Stahls sind über die Galerie Hunold käuflich zu erwerben.

Bild: Musée de la Ville d’eaux

Vous prendrez bien un petit verre ! (Ein kleines Glas gefällig ?)

Musée de la Ville d’eaux Spa

Sonderausstellung 2022

Das Trinkglas, welches für den Kurgast unentbehrlich ist, da er es mehrmals täglich und an mehreren Quellen benutzt zum Trinken des Thermalwassers, wird in dieser Ausstellung in den Vordergrund gestellt. Sein naher Verwandter, das Erinnerungsglas, welches oft dekoriert, immer mit sehr viel Sorgfalt angefertigt und manchmal sogar eine Rarität ist, gilt als Beweis des Aufenthalts in der Kurstadt und leistet ihm Gesellschaft. Auch die anderen Kurzubehöre wie zum Beispiel die kleine Taschen zum Transportieren der Gläser, werden ebenfalls ausgestellt.

Dank privater Sammler, die Gläser aus ganz Europa zusammen-getragen haben, teilweise seltene Stücke oder auch sogar Unikate, und der Sammlungen des „Musée de la Ville d’eaux“, kann ein origineller Aspekt des Thermalismus vorgestellt werden sowie ebenfalls ein vergessener Beruf, nämlich der Beruf des Brunnenmädchens oder Brunnenfrau. Diese Damen waren zuständig für die Sauberkeit und die Hygiene bei der Trinkkur, sie dienten als Verbindungsglied zwischen dem Arzt und den heilsamen Gewässern, als offenes Ohr für die Patienten und waren oft das konkrete Gesicht der Kur sowie manchmal auch eine Vertraute …

Bild: Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur

Gemalte Sehnsucht. Die Düsseldorfer Landschafts- und Genremalerei und Hubert Salentin

Römerthermen Zülpich
Museum der Badekultur

6. Mai 2022 bis 16. Oktober 2022

Die Düsseldorfer Malerschule hatte ihre größten Erfolge in der Landschafts- und Genremalerei. Ideale Landschaften und dörfliches Leben bieten als Motive einer Gesellschaft im Umbruch Zuflucht in einem Sehnsuchtsraum, der als Kompensation von Folgen der Industrialisierung und Verstädterung entsteht. Spezialisierung und Effektivitätssteigerung lassen sich nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Malerei beobachten. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts haben die Düsseldorfer Künstler ein weit verzweigtes Vertriebsnetz etabliert, das mit dem Amerikahandel einen wichtigen Wachstumsmarkt erschließt. Anlässlich des 200. Geburtstags des in Zülpich geborenen erfolgreichen Genremalers Hubert Salentin (1822–1910) wird im Museum Römerthermen Zülpich – Museum der Badekultur das Netzwerk von Freunden und Kollegen präsentiert. Industrialisierung & Idylle, Männerwelten & Frauenrollen, Maltechnik & Verkaufskunst führen spannende Aspekte des Kunstbetriebs im Rheinland vor Augen.